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Ananaspizza

Work Text:

to: Al ❤️

> Do you want to hang out with the
others later?

< you bet
< when n where

> We meet at around 5pm and eat
food together.
Thomas will send you the adress.
[read 3:32pm]
 

                  
                          
Jamal steckte sein Handy zurück in seine Jackentasche.

„Mir hat er auch nicht geschrieben. Keine Ahnung wo er ist und wie lange er noch brauchen wird", sagte er mit einem Schulterzucken zu Thomas.

Der Bayer seufzte einmal und beobachtete einen Moment die restlichen Jungs der Mannschaft, die sich angeregt unterhielten, während er nachdachte.

Leroy, der sich wohl fragte, ob Jamal neue Infos hatte, drehte sich um und warf dem Jungen einen fragenden Blick zu.

Jamal schüttelte den Kopf als stumme Antwort.

Thomas hatte sich scheinbar entschieden, denn er klatschte in seine Hände, sein übliches Grinsen zurück auf seinem Gesicht.
„Mehr Pizza für mich!", witzelte er in seiner gewohnten Art und Weise.

„Okay, dann let's go!", Leroy ging auf den Eingang der Pizzeria, in der Thomas ein paar Tische für sie reserviert hatte, zu.

„GUYS! WAIT!"

Alle drehten sich um.

Alphonso war sichtlich außer Atem, als er auf der anderen Straßenseite um die Ecke gejoggt kam und einen Arm hob, um zu winken.

„Ey, Phonsie! Wir dachten, du hast uns vergessen!", schrie Julian nach drüben.

Alphonso schüttelte grinsend den Kopf, darauf wartend, dass die paar Autos vorbeigefahren waren und er rasch rüberlaufen konnte.

„Hey!", er begrüßte jedem mit einem schnellen Handshake. „Sorry, dass ich euch aufgehalten habe. Alle Parkplätze im Umkreis von drei Kilometern waren besetzt..."

Thomas wank ab. „Ach, kein Ding! Lasst uns reingehen, es ist arschkalt und ich könnte einen Bären verdrücken vor Hunger!"

„Schlechte Kombination!", stimmte Alphonso zu und hielt als kleine Entschuldigung die Tür für alle.

Als Jamal als Letzter an ihm vorbeiging, zwinkerte er ihm zu und folgte ihm auf den Fuß aus der kalten Dezemberluft ins Innere.

Die Mannschaft nahm vier ganze Tische ein, die sie kurzerhand flott zusammenschoben, bevor die Diskussionen um die Sitzordnung losbrach.

Der eine wollte an die Heizung, einer nicht an die Wand, der andere mehr mittig,...

Jamal setzte sich schnell neben Leroy, wo er sich sicher war, dass er nichts falsch machen konnte, und beobachtete amüsiert, wie Thomas und Manuel Schere-Stein-Papier um den Sitz am Tischende spielten, wobei Thomas haushoch verlor.

Zwei Kellner begannen, am anderen Ende Menüs auszuteilen, als sich jemand in den leeren Platz neben Jamal fallen ließ.

Er wandte seinen Blick hinüber und Alphonso grinste ihn breit an, während er seine Jacke über die Lehne seines Stuhles hing.

Jamal lächelte zurück, doch bevor einer von ihnen etwas sagen konnte, stach Leroy ihm mit seinem Ellbogen in die Seite.

„Bruder, die verkaufen hier ernsthaft Ananas auf der Pizza. Ekelhaft!", Leroy zeigte irgendwo auf die Karte mit einem angewiderten Gesichtsausdruck.

„Hm", machte Jamal nur. Ihm war er eigentlich relativ egal, was andere aßen, doch Leroy war diese Sorte Mensch, die sich in solche Sachen viel zu sehr reinsteigerte.

Um dem Konflikt aus dem Weg zu gehen griff er schnell nach dem Menü, das vor ihm abgelegt worden war, und blätterte darin durch das Angebot.

„Was nimmst du?", fragte ihn Alphonso von der Seite und blickte in seine Speisekarte, um zu sehen auf welcher Seite er war und blätterte dann bei sich zu dieser.

„Weiß' nicht recht...", murmelte Jamal.

„Wanna share?"

Jamal blickte Alphonso an, der ihn eindeutig auf den Arm nahm.

„Also 'ne Pizza werd' ich schon noch alleine schaffen!", entrüstete sich der Jüngere und sein Sitznachbar begann zu Lachen.

„All good, all good!", beschwichtigte Alphonso schnell und legte sein Menü vor sich ab, sichtlich schon entschieden in seiner Auswahl. Dann legte er einen Arm um Jamal's Stuhllehne, darauf achtend, dass er dessen Rücken dabei auch berührte.

Nach einer kleinen Weile kam eine Kellnerin auch an ihren Teil der langen Tafel.

„Sooo, habt ihr euch schon entschieden?", fragte sie und lächelte leicht, als alle nickten.

„Für mich bitte ein Wasser und die Nummer 24, bitte!", fing Serge gegenüber von Jamal an.

„Die zwölf und eine Coke", knüpfte Leroy direkt an, während die Kellnerin mit Nicken zu verstehen gab, dass sie es aufschrieb.

Jamal blickte zu Alphonso, der nochmals schnell für die Nummer in die Karte blickte, bevor er die 13 und ebenfalls eine Coke bestellte.

Jamal nahm die 20, eine Pizza mit Permaschinken, Parmesan und Rucola.

„Ach, und eine Fanta, bitte!", schob er hastig hinterher.

Leroy grinste. „Keine Cola für Kinder!", mahnte er halbernst, worauf Jamal ihm einen Blick zuwarf, der nicht gerade freundlich war. Er hatte schließlich in zwei Monaten Geburtstag.

Serge kicherte. Jamal spürte eine Hand auf seinem Oberschenkel.

Als er nach rechts blickte, gab ihm Alphonso eins von den breiten Lächeln, die er nur für Jamal reservierte und die Hand strich beruhigend auf und ab.

„Was ist eigentlich mit dir los heute?", fragte Jamal verwirrt.

„Was meinst du?", fragte Alphonso, ahnungslos spielend.

„Du bist schon wieder so touchy!"

Alphonso schob trotzig seine Unterlippe hervor. „Ich hab dich den ganzen Tag nicht gesehen! Ich hab dich vermisst...", jammerte er gespielt und beugte sich dann schnell vor und gab ihm einen Kuss direkt an den Mundwinkel.

Jamal spürte, wie seine Ohren heiß wurden.

„Du musst aufhören, so auffällig zu sein, Al! Ein paar Fans haben schon Videos gemacht...", zwischte er leise, im Bezug auf die zwei halb-viralen TikToks von der letzten Challenge, wo Al ihn von hinten umarmt hatte und generell wieder nicht die Finger von ihm hatte lassen können.

Alphonso merkte, wie angespannt Jamal wurde, als er darüber redete, dass ihre Beziehung auffliegen könnte.
Vorsichtig zog er seine Hand von Jamals Oberschenkel und nahm dann Jamals beide in seine eigenen. Liebevoll strich er mit dem Daumen über den Handrücken seines Liebhabers.

„Hey, es gibt nichts, worüber du dir Gedanken machen musst!"

Und Jamal wusste das. Er wusste, dass sie vom Verein mit einem Vertrag eingewilligt hatten, ungeoutet zu bleiben. Dafür hilft der Vorstand ihnen beim Decken ihrer Beziehung, zum Beispiel mit bezahlten Eskorten, die sich als ihre Freundinnen ausgaben.

Und Jamal wusste, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sie erstmal auffliegen, sehr gering war.

„Enspann dich einfach und genieß den Abend!", meinte Phonsie mit einem Lächeln. „Wir können später nochmal reden."

Jamal nickte leicht. „Können wir bei dir übernachten, Al?", fragte er dann leise.

Alphonso drückte seine Hände sanft. „Natürlich!"

Jamal lächelte dankbar und einen Moment sahen sie sich verliebt in die Augen.

"Ey, könnt ihr zwei Mal aufhören, so süß zu sein? Das ist ja fast so ekelhaft wie Ananas auf Pizza!!"

Meckerte Leroy plötzlich ungehemmt und es brach lautstarkes Gelächter auf ihrer Seite der Tafel aus, als die beiden Turteltäubchen erschrocken auseinanderfuhren.

Jamal grinste noch immer, als er Alonsos Hand nach dem Lachanfall wieder auf seinem Oberschenkel ruhen spürte.

Alles würde gut gehen, solange sie einander hatten.

Und Leroy seine Pizza ohne Ananas.