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(Not) Breaking the habits

Work Text:

„Und? Wie geht es den anderen in Dortmund? Wie geht es Mats?”, versuchte Benedikt so unauffällig wie möglich Marco auszuhorchen, als sie Abends bei der Nationalmannschaft zusammen saßen. Bene war schon lange nicht mehr als Spieler aktiv dabei, aber er unterstützte die Jungs jetzt als Teil des Trainerteams. Wenn er sich so umschaute und sah, dass Thomas, Manuel, aber auch Marco immer noch spielten, fragte er sich manchmal was hätte sein können. Auf der anderen Seite hatte er die Entscheidung seine Karriere zu beenden richtig getroffen, er hatte es nicht ausgehalten Mats immer bei der Nationalmannschaft zu sehen.

„Du kannst ihn auch selbst fragen, weißt du? Er war vor allem immer dein bester Freund, er würde sich freuen von dir zu hören“, antwortete Marco mit einem sanften Lächeln. Natürlich hatte er Bene durchschaut.
„Hat er das gesagt?“, fragte angesprochener skeptisch.
„Nein, aber ich weiß es einfach.“
„Ich glaube, dass du das dann falsch interpretierst. Ich gehe dann auch langsam Mal auf mein Zimmer“, sagte der Ex-Schalker dann und erhob sich.
„Bene, deine ganze Reaktion zeigt mir schon, wie sehr du noch an ihm hängst, tu es einfach, was kannst du verlieren?“
„Es reicht Marco“, er schlug auf den Tisch und alle Köpfe flogen in ihre Richtung.

Fluchtartig verließ Benedikt den Speisesaal. Nun klebten alle Blicke an Marco. Diesem war bewusst, dass die Szene irgendwie erklären musste, deshalb nuschelte er nur ein knappes "Mats" bevor er sich wieder seinem Essen zu wand. Ein paar der älteren Spieler, sowie die ehemaligen Schalker, die noch mit Bene zusammen gespielt hatten nickten wissend. Der Rest war nur noch verwirrter als vorher.

Benedikt ging auf schnellstem Weg auf sein Zimmer. Er wollte heute niemanden mehr sehen. Am liebsten würde er sich in seinem Bett verkriechen und heulen, aber das war ja auch keine Lösung. Also schnappte er sich seinen Laptop und ließ sich aufs Bett fallen.

Er hatte sich geschworen damit aufhören zu wollen, weil es eigentlich alles nur noch schlimmer machte, aber er konnte nicht anderes. Er öffnete YouTube und klickte in die Suchleiste. "Hömmels" war alles was er eingab bevor er Enter drückte. Auf irgendeine Fanplakat hatte er Mal diesen Namen gelesen, den die Fans Mats und ihn gegeben hatten. Sofort lieferte YouTube ihm eine Ansammlung von Edits, die über ihn und Mats gemacht wurden. Er scrollte ein Stück runter, auch wenn er es sich nicht eingestehen wollte, die obersten hatte er schon zu oft geschaut.

Er klickte wahllos auf eines der Videos und war überrascht, als er nicht wie erwartet Musik hörte, Bilder und Videos von sich und Mats auftauchen und verschwinden sah, sondern eine weibliche Stimme hörte, die etwas vorlas. Sie laß eine Fanfiction, das sagte sie zumindest. Er hatte schonmal von Fanfictions gehört, klar, aber ihm war nicht bewusst, dass es auch welche über ihn gab. Und Mats.

Recht schnell fand Benni heraus, dass AO3 für "Archive of our own" stand, Google unser Freund und Helfer. Er rief die Seite auf und klickte auf Search. Plötzlich hatte er ein ganzes Formular vor sich und keine Ahnung was er tun sollte. Ein weiters YouTube Video später hatte Benni das tag System dann auch verstanden und tippte mit zitternden Fingern "Benedikt Höwedes/Mats Hummels" ein.

Search.

Auf seinem Rechner tauchten die Resultate auf. Er begann zu lesen. Er fing oben an und immer wenn er fertig war las er die nächste und die nächste. Er saugte alle Emotionen in sich auf, stellte sich vor, wie es wohl wäre mit Mats diese Situation zu durch leben.
Wie es wohl wäre ihn noch im Arm halten zu können, wie in all den Geschichten, wie damals.
Wie es wohl wäre ihn noch einmal und wenn es das letzte Mal wäre, zu küssen und mit ihm im Arm einzuschlafen, wie damals.
Wie es wohl wäre noch einmal mit ihm Liebe zu machen, wie damals.

Er musste sich langsam wirklich eingestehen, dass es überhaupt nichts brachte sich einzureden er wäre über Mats hinweg, denn das war er nicht.

Er wollte Mats. Er wollte ihn so sehr. Es tat ihm schon fast weh. Er brauchte die Präsenz des Lockenkopfs wieder in seinem Leben.

Diese ganzen Geschichten warfen fragen auf, die er sich selbst nie erlaubt hatte zu stellen. Jetzt konnte er nicht mehr anders, als darüber nachzudenken wie es wohl wäre Mats zu heiraten, mit ihm eine Familie zu gründen.

Er sollte jetzt aufhören, seinen Laptop zu klappen und zurück zu den anderen gehen, sonst könnte er vielleicht etwas dummes tun, das wusste er, aber er konnte nicht anders.

Benedikt griff nach seinem Handy.
Er öffnete WhatsApp und scrollte zu seinem Chat mit Mats runter. Er verharrte mit seinem Daumen über dem Kontakt und atmete tief durch. Gerade als er den Chat öffnen wollte, bekam er eine Nachricht auf seinen Laptop.

*Eilmeldung: Mats Hummels beim knutschen gesichtete! Ist sie seine neue? Nach Lisa Straube und Céline Bethmann jetzt also doch also eine ganz andere?*

Benni schluckte hart. Wie hatte er nur glauben können, auch nur für eine Sekunde, dass er bei Mats noch eine Chance hat. Mats, der sich gerade wahrscheinlich durch die gesamte Frauenwelt vögelte, einfach weil er es konnte. Er konnte jede haben, warum sollte er sich für Benni entschieden? Was hatte er denn schon, das niemand anderes ihm geben konnte.

Frustriert warf er sein Handy auf sein Bett und klappte den Laptop zu. Er wollte heute einfach gar nichts mehr hören. Nicht von Mats, nicht von Fußball, nicht von irgendwem.

Er hatte es versucht, so lange versucht, die Tränen zu unterdrücken, die mit dem Gedanken an Mats immer mitschwangen, aber es gelang ihm nicht mehr. Er weinte, er weinte, bis keine Tränen mehr übrig waren und glitt in einen unruhigen Schlaf.

Sein Wecker klingelte viel zu früh. Langsam schälte sich Benedikt aus der Decke und schlurfte ins Bad. Er fühlte sich wie gerädert. Ein Blick in den Spiegel verriet ihm, dass er auch nicht viel besser aussah, als er sich fühlte. Trotzdem machte er sich fertig und ging dann runter zum Frühstück.

„Meine Fresse Bene, siehst du scheiße aus“, wurde er von Manu begrüßt, als er sich im Speisesaal auf einen Platz neben den Torwart fallen ließ. „Dir auch einen wunderschönen guten Morgen.“
„Wir wissen beide, wieso du schlecht geschlafen hast, ich hab die Nachrichten auch gelesen“, schaltete sich jetzt Thomas dazu.
Das war ungewöhnlich, denn eigentlich sprachen die beiden seit der Trennung von Mats und Benni nicht mehr mit einander.

„Na und? Soll Mats doch machen was er will. Er ist mir keine Rechenschaft schuldig“, gab Benni leicht patzig zurück.

„Da hast du zwar Recht, aber er ist sich selbst Rechenschaft schuldig und wie er sich gerade verhält macht ihn nicht glücklich.“ Benedikt kannte diese Stimme. Woher kannte er diese Stimme nochmal. Dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen und er drehte sich um. „Jonas?“, fragte er überrascht, er hatte so ziemlich jeden Menschen hier erwartet, aber nicht Mats Bruder.

„Wie er leibt und lebt.“ Jonas setzte sich neben ihn. Jetzt saß er mit Manu, Thomas, Marco und eben Jonas an einem Tisch. Plötzlich hatte Benni das Gefühl bei einer Intervention zu sein. Fehlte nur noch, dass einer jetzt sagen würde, dass sie sich Sorgen um ihn machen und er doch mit ihnen reden könnte. Unwillkürlich musste er lachen.

„Die andern haben mir erzählt, wie du gestern auf Marco reagierst hast. Du bist nicht glücklich und das sehe ich, obwohl ich erst seit 5 Minuten hier bin. Du liebst Mats noch“, begann Jonas. Benedikt musste jetzt schon seine Tränen unterdrücken und der so sanfte unter Ton in Jonas Stimme half nicht.

„Was bringt es euch, wenn ich zugebe, dass ich noch Gefühle für ihn habe, hm? Seid ihr dann zufrieden? Ja, ich liebe ihn noch und jetzt? Lässt Mats es jetzt auf magische Weise sein und hat nicht jede Woche eine neue? Ich bin ja wirklich gespannt wer das Drama gewinnt. Ich weiß ja nicht, aber ich habe das Gefühl, dass er am Ende wieder bei Cathy landet, wäre ja nicht das erste Mal, wie wir alle wissen.“

Alle sahen nach diesem Ausbruch vom ehemaligen Schalker betreten zu Boden. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass er es so schnell zugeben würde und schon gar nicht, dass er mit diesem Sarkastischen Unterton über Mats momentanen Aktionen sprechen würde. Man hörte heraus, wie verletzt er war. Er ließ den Kopf hängen.

„Benni, ganz ehrlich, du bist der einzige, der dieses Drama jemals gewinnen könnte“

„Ihr wisst alle, alle, das nur Mats mich Benni nennt. Könnt ihr das bitte, bitte, einfach lassen?“, fragte er mit gebrochener Stimme, ohne überhaupt darauf zu achten wer es gesagt hatte.

Manu stubste ihn von der Seite an und er hob seinen Blick. Dann sah er ihn. Da stand er. Mats. Die Locken standen ihm unkontrolliert vom Kopf und er lächelte ihn schwach an.
Es fühlte sich, als wäre die Zeit stehen geblieben.

Langsam erhob sich Benedikt von seinem Stuhl. Jetzt standen sie direkt vor einander.
Er warf sich in Mats Arme und krallte sich in seinem T-Shirt fest. Jetzt schlang auch Mats seine Arme um den Körper des Kleineren und zog ihn fest an sich.

Leise flüsterte Mats in Bennis Ohr:„Es tut mir so Leid, das ich damals gegangen bin. Ich hab dich doch geliebt. Ich habe dich immer geliebt. Ich hatte einfach Angst, Gott ich war so dumm. Als es ernst würde bin ich einfach weggelaufen.“ Immer mehr Tränen sammelten sich in Benedikts Augen und Mats fühlte, wie sein T-Shirt an der Stelle nass wurde.

„Hey Benni, nicht weinen!“ Er schob ihn ein Stück von sich weg um ihm in die Augen gucken zu können. „Ich hab dich so vermisst Mats. Bitte verlass mich nicht nochmal so. Wir müssen es niemandem sagen, wenn du noch nicht dafür bereit bist, ich hätte dich nicht so drängen sollen.“ „Du hast mich nie gedrängt! Ich bin schon in dem Moment, als du es vorgeschlagen hast weggelaufen. Und außerdem will ich der Welt jetzt endlich meinen perfekten Freund zeigen. Also, natürlich nur wenn du immer noch mein Freund sein willst.“

„Natürlich will ich!“, sagte Benni leicht empört und legte sein Kopf ein bisschen in den Nacken bevor er Mats näher kam. Der Dortmunder verstand, was der kleinere von ihm wollte und hauchte ihm einen sanften Kuss auf die Lippen.

Benni kuschelte sich wieder eng an Mats, nachdem sie sich von einander gelöst hatten. „Ich liebe dich“, flüsterte Mats. „Ich dich auch“, flüsterte Benni zurück.

Abends lagen sie zusammen in Bennis Bett. Benedikts Kopf lag auf Mats Brust. Der größere nahm sein Handy und machte ein Foto von den beiden.

„Wofür war das denn jetzt?“, fragte Benni neugierig.

„Instagram.“

„Mats, bist du sicher? Ich will nicht, dass du es am Ende bereust.“

„Ich könnte niemals bereuen endlich zu dir zu stehen.“

**aussenrist15**

 

 

 

Das Drama hat ein Ende. Nur dir gehört mein Herz @benwedes